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Diagnostische Abklärungen

DIAGNOSTISCHE ABKLÄRUNGEN

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

DIAGNOSTISCHE ABKLÄRUNGEN

Anamnese

Der Informationsaustausch zwischen Arzt und Patient durch Zuhören und gezieltes Nachfragen (Anamnese), ist trotz all der technischen Fortschritte weiterhin unverzichtbar. Eine Vielzahl der Diagnosen können alleine hierdurch gestellt werden. Häufig dienen die technisch-apparativen Untersuchungen nur noch der Bestätigung der Verdachtsdiagnose.

Körperliche Untersuchung

Die körperliche Untersuchung mittels Auskultation (Abhören) des Herzens ist nach wie vor ein unverzichtbarer Baustein. Der Arzt erhält hierdurch einen Hinweis für allfällige Veränderungen am Herzen des Patienten, was für die weitere Diagnostik und Therapie alternativlos ist.
 

Ruhe-EKG (=Elektrokardiogramm)

Das Ruhe-EKG gehört bei jeder Herzuntersuchung zum Standard. Dabei wird die Änderung der Herzströme auf der Hautoberfläche gemessen. Im EKG kann man Herzrhythmusstörungen und bestimmte Herzkrankheiten erkennen.

Echokardiografie (Herzultraschall), transthorakal oder transoesophageal (2D, 3D)

Die Echokardiografie erlaubt eine sehr genaue Untersuchung des Herzens mittels Ultraschall ohne Strahlenbelastung.

Das Herz wird dynamisch in seiner Form und Funktion auf einem Bildschirm dargestellt. Mit dem sogenannten Doppler lassen sich gleichzeitig die Blutströme und Blutflussgeschwindigkeiten messen. So lassen sich unter anderem Herzgrösse, Pumpfunktion und Herzklappen darstellen und beurteilen. Die Untersuchung wird üblicherweise von aussen durch die Brustwand (transthorakal) oder in ausgewählten Fällen durch die Speiseröhre (transoesophageal).

Wenn die Untersuchung über die Speiseröhre durchgeführt wird, muss der Patient nüchtern sein (6 Stunden ohne Essen und Trinken). Danach muss der Patient noch eine kurze Zeit überwacht werden.

Stress-Echokardiografie (physikalisch und medikamentös)

Während der Belastung auf einem speziellen Liegefahrrad (physikalisch) oder nach Gabe eines körpereigenen Stresshormons (medikamentös), um eine Belastungssituation zu simulieren wird ein Herzultraschall durchgeführt, um Durchblutungsstörungen an den Herzkranzgefässen darstellen zu können.

Belastungs-EKG/Ergometrie (Fahrrad, Laufband)

Im Belastungs-EKG werden die Herzströme kontinuierlich mittels EKG während körperlicher Aktivität auf dem Fahrrad- oder Laufbandergometer aufgezeichnet. Der Widerstand steigt kontinuierlich an bis zur Belastungsgrenze des Patienten. So kann man die körperliche Leistungsfähigkeit, Durchblutungsstörungen an den Herzkranzgefässen und Herzrhythmusstörungen erkennen. Zudem wird der Blutdruck und die Herzfrequenz unter Belastung kontinuierlich gemessen.

 

Spiroergometrie

In der Spiroergometrie werden zusätzlich zu den Parametern des Belastungs-EKG’s über eine spezielle Atemmaske die Atemgase gemessen (das heisst, die Sauerstoffaufnahmekapazität des Körpers sowie die Kohlendioxid-Abgabe aus dem Körper). Diese aufwändige Messung erlaubt eine Aussage über die Anpassung von Lunge, Herz-/Kreislauf, Gasaustausch und peripherer Muskulatur unter Belastung.

 

Rhythmusabklärung mit Langzeit-EKG

Die Rhythmusabklärung mittels Langzeit-EKG zeichnet über einen vorgegebenen Zeitraum (24 Stunden bis mehrere Tage) kontinuierlich das EKG auf und speichert es elektronisch. Der Patient sollte Symptome wie Herzstolpern oder Herzrasen in dieser Zeit aufschreiben, damit sie später mit dem registrierten Herzrhythmus verglichen werden können. Die Auswertung der Daten erfolgt nach Abgabe des Gerätes in der Praxis durch den Arzt.

 

Langzeit-Blutdruckmessung

Das Verhalten des Blutdruckes ist von der Tageszeit und der Aktivität abhängig. Oft ist es ungenügend, nur den Sprechstunden-Blutdruck als Basis einer Behandlung zu verwenden. Die Blutdruckmessung über 24 Stunden, die tagsüber alle 15-20 Minuten, nachts alle 30-60 Minuten stattfindet, lässt eine genauere Beurteilung der Blutdrucksituation zu.

 

Lungenfunktionstestung

Bei der einfachen Lungenfunktionstestung wird das Atemvolumen gemessen, um Hinweise auf eine Störung der Lungenbelüftung bei Asthma, chronischer Bronchitis und anderen Lungenkrankheiten zu erlangen.

 

Screening für schlafbezogene Atemstörungen (ApneaLink)

Die Abklärung einer schlafbezogenen Atemstörung kann mit diesem Gerät, das der Patient mit nach Hause nehmen kann, relativ einfach durchgeführt werden. Gemessen werden der Sauerstoffgehalt im Blut und der Atemfluss. Diese Abklärung wird vor allem angewendet bei Tagesmüdigkeit mit Einschlafneigung, unregelmässigem und lautem Schnarchen mit Atempausen und Bluthochdruck.

Elektrokardioversion

Bestimmte anhaltende Herzrhythmusstörungen sind durch die Abgabe eines Elektroschocks behandelbar. Nach entsprechender Vorabklärung kann diese Behandlung am Spital Frutigen durchgeführt werden. Es erfolgt eine Kurznarkose durch die Narkoseärzte des Spitals. Wenn sichergestellt ist, dass eine ausreichend tiefe Schlafphase erreicht ist, wird ein gezielter Elektroschock über auf der Brust aufgeklebte Spezialelektroden abgegeben. Anschliessend ist noch eine Überwachung über einige Stunden notwendig, bevor der Patient in Begleitung nach Hause gehen kann.


Kontrolle von Event-Recordern, Herzschrittmachern, ICD und CRT-Implantaten

Event-Recorder, Herzschrittmacher, ICD und CRT-Implantate sind kleine Geräte, die unter die Haut implantiert werden und den Herzrhythmus überwachen. Ein Event-Recorder ist einzig zur Überwachung von (seltenen) Herzrhythmusstörungen gedacht. Ein Herzschrittmacher kann bei Pausen oder zu langsamer Aktivität des Herzens die Funktion des herzeigenen Schrittmacherzentrums übernehmen und mittels elektrischer Impulse die Herzschläge steuern. Ein ICD (Defibrillator) kann zusätzlich gefährliche schnelle Herzrhythmusstörungen beenden. CRT-Geräte haben eine spezielle Schrittmacherfunktion bei Patienten mit Herzschwäche. Bei Herzschrittmachern werden üblicherweise jährliche, bei ICD- und CRT-Implantaten halbjährliche Kontrollen durchgeführt. Die Kontrollen werden üblicherweise durch PD Dr. Helge Servatius, Rhythmologe, in Frutigen durchgeführt.